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Johannes Domenig
HallEinblick Dezember 2001
Technik: Gummiobjekte
Preis: auf Anfrage
Contact: Meilersdorf 79
A 3354 Wolfsbach
Tel. 07477 8425
Beschreibung:
Johannes Domenig hat sich in seinen jüngsten Arbeiten
dem Material Gummi angenähert. Er vollzieht diese Annäherung
sehr bewusst und dezidiert als Bildhauer und erarbeitet nach
strengem Konzept Volumen und Körper aus diesem Material,
um im Verlauf dieser künstlerischen Arbeit immer tiefer
in die Faszination des Materials einzudringen.
Gummi als zunächst gleichsam antiskulpturales Material
ist geprägt durch Eigenschaften wie Elastizität, den
Eindruck von Künstlichkeit, aber auch verbunden mit einer
geringen Wertschätzung, um nur diese drei Aspekte anzuführen.
In der Abwendung vom Konzept der konzentrierten bildhauerischen
Form und der Hinwendung zur Spurensuche, zur Auseinandersetzung
mit dem Relikt, zum prozesshaften Werden von Formen und einer
solchermaßen behutsam vorgetragenen Suche ändern sich
jedoch diese Materialzuordnungen zu absolut positiven Kunstqualitäten.
Johannes Domenig hat sich voll auf diesen Gestaltwerdungsprozess
eingelassen. An die Stelle der durchgeformten Bearbeitung des
Materials trat die Suche, die sensible Annäherung, das Finden
und nachfolgende behutsame Weiterformen. Aus diesem Arbeitsprozess
entsteht eine Fülle verschiedenster skulpturaler Formen,
teils aufgebaut, gefundene Reste ebenso wie bewusst gesetzte
Gestaltungskörper. Diese behutsame Arbeit an der Formulierung
der Einzelformen erfolgt in permanenter Spannung zwischen persönlichem
Zugriff und Rückgriff auf allgemeine Tradition. Die einheitliche
Farbe "Schwarz" der einzelnen Körper lenkt den
Blick in konzentrierter Weise auf die jeweilige Form. Das Umrisshafte
verbindet sich mit dem Eindruck von Volumen, ein körperhaftes
Informell - das "Unförmige" verbindet sich so
mit klar erkennbaren und zuordenbaren Gegenstandsformen.
Aus solchen Kombinationen heraus entwickelt sich eine Fülle
von Konnotationen zur Welt des Archaischen, zum Reliquienhaften,
zu Relikten, die weit in die Vergangenheit menschlicher Geistesgeschichten
zurückweisen. Es entsteht der Eindruck, als ob es sich um
ausgegrabene Objekte handeln könnte, "ausgegraben"
auch im übertragenen Sinn aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins.
In der Präsentation dieser Einzelobjekte operiert Johannes
Domenig stets mit einer rationellen Ordnung, einem Legesystem
aus Zeilen, Koordinanten, einer strengen Geometrie. Die dunkle
Ahnung seiner archaischen Formverweise - unterbrochen von kleinen
persönlichen Ironieschüben - wird als ein gleichsam
textliches Ordnungssystem geführt. Der Charakter der Vorläufigkeit,
der Abstraktheit dieser Ordnung ist allerdings offensichtlich.
So wie sich die Vielfalt der Formen nicht einschränken ließ,
so wenig dauerhaft kann auch die streng inszenierte Anordnung
dieser Formen sein. Formen und Präsentationsordnung gestalten
so einen immer wieder geöffneten Dialog, der sich sehr deutlich
auf den Betrachter hin ausrichtet und dessen offene Beweglichkeit
einfordert. Johannes Domenig stellt damit einmal mehr in aller
Deutlichkeit vor Augen, dass sich gegenwärtige Kunst vom
einzelnen Werkstück hin zum Werkprozess entwickelt: sowohl
in der Entstehung von Konzeptgestaltungen wie auch in ihrer Rezeption.
Peter Assmann 1998
Domenigs Bezug zu Hallein ist seine Schulzeit an der Fachschule
für Bildhauerei von 1977 - 81, und es ist die Erinnerung
an "eine gute Zeit" (Domenig Johannes 2001).
Von 1983 bis 1988 studierte er an der Akademie der bildenden
Künste in München.
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