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Petra Moiser Jänner/Februar
1998 Titel: "Erinnerungsleiberl" 1997 Technik: Montage - Latex, Fundstück, Eisenrahmen, 67 x 40 x 10 cm Beschreibung: Petra Moiser hat viel gezeichnet. In den 80er Jahren tummelten sich Fische und Frösche, Vögel und Schlangen auf dem Papier: "Fische und Vögel liegen tot da, Leben vorspielend wie erjagtes Getier auf alten Bildern (nur mit dem lockeren Schwung, der spröden Schneidigkeit der Linie). Funktionsmodelle des Organischen durchdringen sich mit Metaphern der Verletzung und Hüllen von Schuppigem und Gefiedertem. "Natura morta" erhält in den Zeichnungen Petra Moisers neue, sehr zeitgemäße Bedeutung." (Anton Gugg aus "Die Poesie der kalten Neugier", Petra Moiser, Zeichnungen 1985) Fundstücke aller Art waren willkommene Studienobjekte und wurden in den Zeichnungen umgesetzt. Im Atelier waren sie dann Schaustücke oder wurden in Schachteln verwahrt, vergessen und schließlich wiedergefunden. Sie waren zu schade zum Wegwerfen, aber letztlich vom Verfall bedroht. Konservierung auf alle möglichen Arten gewann in unserer Zeit immer größere Bedeutung: Dose, Vitrine, Fotografie, Film, Archiv, Museum. Eine Anregung war sicher die Fliege im Bernstein. Latex ist Gummimilch, die Gegenstände einschließen kann und sie dadurch schützt und konserviert. Die Farbe wird bernsteinähnlich. Das Leiberl oder T-Shirt zeigt durch seinen Aufdruck oft die Neigungen seines Trägers. Das Erinnerungsleiberl wird zur Reliquie, zum Objekt, das nicht getragen werden kann. Ein Schaustück mit Zeitbezug für die Eingeweihten und für die Nichtwissenden ein irritierendes Rätsel. Vereint wird hier die Einmaligkeit des gefundenen Vogels mit einer Form, die beliebig oft gegossen werden kann, weil es das Gipsnegativ gibt. Die Ronantik der Erinnerung wird somit relativiert und zeitgenössich gebracht kunstblick/moiser |