Josef Zenzmaier
ANIMAlisch, Oktober 2004

Titel: "Zerfallender Schädel" 
Technik:
Bronzeplastik

Beschreibung: Die Arbeit befindet sich in Privatbesitz und ist ca. 1970 entstanden.
" ... es ist das Thema des Zerfallens, des Sterbens und der Auferstehung in der Natur. ..." (Zenzmaier, Sept. 2004)
 

Bio:
Am 5. März 1933 in Kuchl geboren als Sohn des Straßenbauers Josef Zenzmaier und dessen Frau Theresia, geb. Weiß.
Zenzmaier beginnt auf Anregung von Rudolf Reinhart, einem Schüler von Anton Hanak (1875-1934), mit dreizehn Jahren zu modellieren und zu zeichnen.
In der Zeit des Nationalsozialismus bildete sich eine prägende Beziehung zur christlichen Religion und zur Kirche mit ihren als tief und echt empfundenen Festen des Jahreskreises.

1947-1951
Ausbildung an der Berufsfachschule für Holz-, Stein- und Metallbearbeitung in Hallein.

1951
Erste Auftragsarbeit: Madonna aus Sandstein für ein Privathaus in Kuchl.

1952-1954

Steinmetzlehre in den Mayr-Melnhofschen Marmorwerken in Salzburg.

1953
Besuch der neu gegründeten Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg in der Klasse des Bildhauers Uli Nimptsch; erste Begegnung mit Oskar Kokoschka (1886-1989), dessen Weltbild Zenzmaier tief beeindruckt.

1955
Schüler und Mitarbeiter bei Giacomo Manzù in dessen Atelier und Haus in Mailand.

1955
Studienaufenthalt in Köln an der Werkkunstschule, wo er seine spätere Frau, Anneliese Schmidt, kennenlernt, Bekanntschaft mit dem Bildhauer Gerhard Marcks. Um sich die Ausbildung leisten zu können, arbeitet er an der Kölner Dombauhütte als Steinbildhauer.

1957
Erneuter Aufenthalt bei Manzù in Rom und Mailand, er erlernt in der Gießerei die Technik des Bronzegusses im Wachsausschmelzverfahren in verlorener Form.

1957-1961

Assistent an der Internationalen Sommerakademie fürt Bildende Kunst in Salzburg bei Giacomo Manzù.

1959
Heirat mit Anneliese Schmidt; im gleichen Jahr erhält er seinen ersten kirchlichen Auftrag: Für die Pfarrkirche in Golling entsteht die "Tulpenkanzel".

1960
Geburt des Sohnes Gregor.

1961
Geburt des Sohnes Stefan.

1962
Zenzmaier wird Assistent bei Emilio Greco, der in der Nachfolge Manzùs an der Sommerakademie lehrt.

1962
Geburt des Sohnes Felix.

1963
Studienaufenthalt in Paris.

1964
Zenzmaier beginnt in seinem - beim Wohnhaus in Kuchl-Strubau gelegenen - Atelier Bronze zu gießen.

1966
Geburt der Tochter Christiane.

1969
Errichtung einer eigenen Gießhütte in Kuchl und Gründung der "Arbeitsgemeinschaft bronzegießender Bildhauer", zu der Herbert Trapp, Guido Friedl, Peter Wiener und Peter Schwaighofer gehören.

1970
Zenzmaier wird Obmann des neu gegründeten Tennengauer Kunstkreises, dessen Aufgabe die Förderung lokaler Kunst und Künstler ist: Organisation von Ausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen in der Galerie Pro Arte in Hallein, dem ehemaligen Atelier des Bildhauers Bernhard Prähauser. Im Rahmen dieser Tätigkeit hält Zenzmaier einen allwöchentlichen Akt-Zeichen-Kurs ab, der bis heute besteht.

1974
Zenzmaier erhält den "Förderungs- und Ehrenpreis für Bildhauer des Salzburger Kunstvereins". Im gleichen Jahr wird er zum Leiter der Klasse für Bronzegusstechnik an der Sommerakademie ernannt.

1975
Erste Ausstellung in der Galerie Pro Arte in Hallein, gemeinsam mit seiner Frau Anneliese.

1976
Es entsteht die Großplastik "Hl. Virgil" als Auftragsarbeit für das Bildungshaus St. Virgil in Salzburg-Aigen.

1979-1996
Leiter der künstlerischen Klasse für Bildhauerei / Bronzeguss an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst.

1980
Erste Einzelausstellung im Romanischen Keller in Salzburg.

1982
Großer Preis der Salzburger Wirtschaft für Bildhauerei.

1983
Wiener-Festwochen-Preis (BAWAG-Preis für Großpastik).

Seit 1984
Arbeit an der Großplastik "Paracelsus" im Auftrag der Salzburger Univer
sität für die Naturwissenschaftliche Fakultät in Salzburg-Freisaal.

1985
Verleihung des Berufstitels "Professor".

1991
Anneliese Zenzmaier stirbt, sie hinterlässt ein umfangreiches Œuvre an Kleinplastiken, Zeichnungen und Druckgraphiken. Im gleichen Jahr Ausstellungen der Plastiken Josef Zenzmaiers im Bildungshaus St. Virgil.

1997
Zenzmaier arbeitet gemeinsam mit dem deutschen Lithografen Klaus Wilfert und vier Malern in der Lithografiewerkstatt auf Schloss Neuhaus in Salzburg-Gnigl.

1998
erneute Zusammenarbeit mit Klaus Wilfert, es entsteht der Zyklus "Ruth" aus dem Alten Testament.

1999
Verleihung des Karl Weiser-Preises.

2000/2001
Der Zyklus "Odysseus" entsteht.

Dr. Wolfgang Richter